Frühkindliche Bildung gewinnt an Stellenwert
Die Studie der Bertelsmann Stiftung "Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme 2010" zeigt, dass die Bundesländer sehr unterschiedlich investieren. Die Zahl der Ein- und Zweijährigen, die einen Kindergarten besuchen, steigt.

Mehr kleinere Kinder in Kitas
In Deutschland nutzen zunehmend Eltern von Kindern im Alter von ein und zwei Jahren die Angebote von Kitas und Tagespflege. Durchschnittlich jedes fünfte einjährige Kind besuchte im vergangenen Jahr eine frühkindliche Bildungseinrichtung oder wurde in Tagespflege betreut, von den Zweijährigen waren es fast 40 Prozent. Das geht aus den aktuellen Daten des "Ländermonitors Frühkindliche Bildungssysteme 2010" der Bertelsmann Stiftung hervor, die ab sofort im Internet abrufbar sind. Für jedes Bundesland wurde außerdem ein eigenes Landesprofil erstellt.
Bundesländer investieren unterschiedlich
Die Investitionen in frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung – gemessen an den Ausgaben pro Kind in der Bevölkerung – sind zwischen 2005 und 2007 in Deutschland um 12 Prozent gestiegen. Sie fallen jedoch in den einzelnen Bundesländern höchst unterschiedlich aus: Während Spitzenreiter Berlin im Jahr 2007 durchschnittlich rund 4.150 Euro für jedes Kind unter sechs Jahren investierte, war es bei Schlusslicht Schleswig-Holstein mit rund 2.000 Euro pro Kind nicht einmal die Hälfte davon. Auch Hamburg liegt mit Investitionen von rund 3.400 Euro pro unter Sechsjährigem an der Spitze der Investitionsskala. Am unteren Ende stehen außer Schleswig-Holstein auch Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg. Um die Investitionsbereitschaft der Länder zu vergleichen, wurden bei der Berechnung die Ausgaben der Bundesländer für die frühkindliche Bildung gleichmäßig auf alle unter Sechsjährigen im jeweiligen Land verteilt.
Wer bei Kindern spart, zahlt in Zukunft drauf
"Wer bei den Investitionen in die frühkindliche Bildung und Erziehung spart, zahlt in der Zukunft drauf", bewertet der für Bildung zuständige Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Dr. Jörg Dräger, die Zahlen des Ländermonitors: "Investitionen in frühkindliche Bildung rechnen sich, das zeigen unsere eigenen Analysen, das zeigen aber auch internationale Untersuchungen." Langzeitstudien belegen Dräger zufolge den positiven Einfluss guter Kitas auf die Bildungschancen insbesondere auch von benachteiligten Kindern: "Das Geld, das eine Gesellschaft für eine gute frühkindliche Bildung investiert, nutzt dem einzelnen Kind ebenso wie unserer volkswirtschaftlichen Entwicklung."
Erster Ländermonitor 2008 erschienen
Im Rahmen des Programms "Wirksame Bildungsinvestitionen" der Bertelsmann Stiftung werden im Projekt "Ländermonitoring" seit 2008 jährlich aktuelle Daten und Fakten zum Status quo der Systeme der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in allen 16 Bundesländern veröffentlicht. Die aktuellen Berechnungen wurden vom Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut/Technische Universität Dortmund im Auftrag der Bertelsmann Stiftung vorgenommen. Der Ländermonitor 2010 wertet die Daten der aktuellen Kinder- und Jugendhilfestatistik 2009 aus. Grundlage der Investitionsberechnungen sind die aktuellsten verfügbaren Rechnungsergebnisse der kommunalen und öffentlichen Haushalte für die Jahre 2005 bis 2007, die vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht werden, ergänzt um Angaben der Bundesländer.
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