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Redaktion/PM, 30.11.2009

Kitas sind keine Trainingsanstalten

Vor einer "Instrumentalisierung der Kindertagesstätten" hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gewarnt: "Kindertagesstätten sind keine Trainingsanstalten für späteren Schulerfolg", betonte Norbert Hocke, Leiter des GEW-Vorstandsbereichs Jugendhilfe und Sozialarbeit.

Grundschule muss "kinderfähig" werden

"Das Programm der Kitas heißt nicht 'Fit for school'", sagte Hocke. Erzieherinnen sollten sich vor allem um ein gutes Aufwachsen der Kinder kümmern und Eltern in Erziehungsfragen beraten: "Gebt den Kindern, solange sie noch nicht in die Schule gehen, Zeit zum Spielen und Lernen und setzt sie nicht unter Lernstress", unterstrich Hocke auf einer GEW-Tagung, die sich mit dem Thema "Inklusion in Kindertagesstätten" befasste. Die Grundschule müsse "kinderfähig" werden, nicht die Kinder "schulfähig".


System an den Bedürfnissen ausrichten

Das Konzept der Inklusion sei besonders geeignet, alle Kinder und ihre Bedürfnisse zu berücksichtigen, so Hocke. Es verhindere Diskriminierung und beziehe das gesamte Lebensumfeld der Kinder und ihrer Familien ein. "Davon profitieren alle: Kinder mit Behinderungen ebenso wie sozial benachteiligte oder Kinder mit Migrationshintergrund", sagte Hocke. Anders als Integration, die die Eingliederung in ein bestimmtes System meint, will Inklusion das bestehende System so reformieren, dass gemeinsame Bildung und Erziehung für alle möglich ist.

Sprachstandstests nicht hilfreich

In diesem Zusammenhang kritisierte Hocke auch den Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung mit Blick auf die Sprachstandstests. Das Ziel, verbindliche bundesweit vergleichbare Sprachstandstests für alle Kinder im Alter von vier Jahren einzuführen, helfe niemandem weiter. Denn sie zeigten lediglich die Schwächen der Kinder, böten aber keine Perspektive, deren Sprachkompetenz zu verbessern. Mit einem Personalschlüssel von einer Erzieherin und einer Hilfskraft auf 25 Kinder sei eine individuelle Förderung aller Kinder unmöglich, kritisierte Hocke.

 
 
 
 

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