Redaktion/PM, 17.02.2010
Kinderzeit ist Spielzeit
Der Bundesverband privater Träger der freien Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe (VPK) kritisiert die Tendenz zur Überforderung von Kleinkindern durch wohlgemeinte aber nicht geeignete Bildungsangebote.

Überforderung statt Förderung
"Yoga-Kurse für Krippenkinder, Früh-Japanisch für zukünftige Globetrotter oder Benimm-Seminare für angehende Manager – wo soll das hinführen?", sagte der Vize-Präsident des VPK Hermann Hasenfuß. Er warnte, dass manche Eltern ihre Kinder in vermeintlich positiver Absicht vor Aufgaben stellen, die nicht ihrem Alter entsprechen, keinem anerkannten frühpädagogischen Bildungskonzept entsprechen und sie oftmals einfach überfordern. Der Verband führt darauf auch einen beträchtlichen Teil der zunehmenden psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zurück.
Spielerische Erforschung statt Wissenserwerb
Kindern müsse es stattdessen in den ersten Lebensjahren ermöglicht werden, "einfach nur Kind zu sein", betonte Hasenfuß. Es sei zwar richtig, dass Kinder auf steigende Anforderungen im späteren Ausbildungs- und Arbeitsleben vorbereitet werden müssen. Doch nicht die Menge und Exotik der Bildungsangebote sollte im Mittelpunkt stehen, sondern die Art und Weise der Vermittlung und das individuelle Interesse der Kinder, erklärte Hasenfuß. "Natürlich können, Kinder schon in jungen Jahren an Fremdsprachen herangeführt werden - aber nicht, in Form von Vokabeln pauken und einem starren Curriculum", sagte er und forderte, dass Kinder die Möglichkeit haben, ihre Lernzeit selbst wählen zu können und quasi Nebenbei zu lernen. Von Bedeutung sei die spielerische Erforschung und nicht der reine Wissenserwerb.
Dachverband privater der Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtungen
Der VPK-Bundesverband ist der bundesweite Dachverband für privat-wirtschaftliche Leistungsträger in der Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe. Mitglieder sind Verbände, Vereine und Institutionen, die auf Grundlage des Sozialgesetzbuches Dienstleistungen in der Kinder- und Jugendhilfe erbringen. Der Verband berät und unterstützt private Träger von Kindertageseinrichtungen.
Möchten Sie diese Nachricht Kolleginnen und Kollegen empfehlen?
Nutzen Sie dafür den Service-Button: "per E-Mail empfehlen". In eingeloggtem Zustand können Sie diese Meldung auch bequem über Ihre bibernetz-Auswahlliste an bibernetz-Mitglieder versenden.