Redaktion/PM, 04.01.2010
Berlin: Quereinsteiger in Kitas?
Der Berliner Senat will den Einstieg von Quereinsteigern in den Erzieherberuf erleichtern, um den Personalmangel aufzufangen. Das stößt auf ein geteiltes Echo.

1.800 Erzieherstellen zu besetzen
Der Berliner Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) will Vertreter sozialer Berufe, aber auch Handwerker oder Künstler zu Erziehern umschulen. Der Plan sei keine Notlösung, so Zöllner, sondern es sei pädagogisch sinnvoll, Leute mit anderen Erfahrungen zu holen. Grund für den überraschenden Vorschlag ist der absehbare Engpass an Kita-Personal infolge des bundesweiten Ausbaus der Kinderbetreuung. Zudem hat Berlin unter dem Druck eines Volkbegehrens zugesagt, den Personalschlüssel zu verbessern. Bis 2013 müssen 1.800 zusätzliche Erzieherstellen geschaffen werden.
Gute Weiterbildung erforderlich
Der Vorstoß von Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) stößt auf ein geteiltes Echo. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nannte die Idee "hilflos" und "absurd". Der Senat habe auf den lange bekannten Erziehermangel nicht rechtzeitig reagiert. Zudem gibt es nach Ansicht der GEW kein passgerechtes Weiterbildungsprogramm für Seiteneinsteiger. Roland Kern vom Dachverband der Kinderläden fordert eine bessere Bezahlung der Erzieher als Antwort auf Personal- und Qualitätsmangel. Anders sei es weder möglich, die Abwerbungsversuche aus anderen Bundesländern abzuwehren, noch könne es gelingen, Abiturienten für den Beruf zu gewinnen. Quereinsteiger seien nur dann akzeptabel, wenn sie eine gute Umschulung erhielten, so Kern. Der Vorsitzende des Kita-Landeselternausschusses Berlin, Burkhard Entrup, zeigte sich offen für die Idee - sofern Quereinsteiger weitergebildet würden: "Das kann sehr befruchtend sein, wenn zum Beispiel ein Tischler seine Fertigkeiten bei der Kita-Erziehung einbringt".
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