Redaktion, 26.08.2009
Vorsicht mit privaten Informationen
Wer seine Urlaubserinnerungen in digitaler Form gerne ins Netz stellen möchte, sollte dabei einige Regeln beherzigen. Die Initiative "SCHAU HIN!" gibt Tipps zum Umgang mit persönlichen Daten in sozialen Netzwerken und Videoplattformen.

Damit private Bilder nicht in falsche Hände geraten
Wurden früher Urlaubsfotos brav in ein Album geklebt, sind heute dank digitaler Technik viele Urlaubserlebnisse auf digitalen Bildern und Videos festgehalten. Viele Jugendliche laden Fotos auch in sozialen Netzwerken oder auf speziellen Foto- und Videoplattformen hoch. Es gibt einige Regeln dabei zu bedenken, wie die Initiative "SCHAU HIN! Was Deine Kinder machen" aktuell in der Ferienzeit meldet. Denn manchmal geraten private Bilder schneller in falsche Hände als man denkt und können dann nicht mehr aus dem Netz entfernt werden.
Schon Sechsjährige surfen regelmäßig
Fast 60 Prozent der Kinder zwischen sechs und 13 Jahren surfen laut der aktuellen KIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsinstitutes Südwest (mpfs) regelmäßig im Netz. Viele davon sind Mitglied eines sozialen Netzwerkes wie "schüler.VZ" oder "wer-kennt-wen.de". Die dort angelegten Profile werden mit privaten Fotos geschmückt. Auch auf Videoplattformen wie YouTube finden sich zahlreiche Videos, die von Kindern gedreht und hochgeladen wurden.
Entfernung von Bildern ist nur sehr schwer möglich
Vielen ist gar nicht bewusst, in welchem Umfang die Öffentlichkeit auf die eingestellten Fotos und Videos zugreifen kann. Rasant verbreiten sich Inhalte im Netz, die private Details darstellen. Selbst wenn ein Foto nach kurzer Zeit wieder vom eigenen Profil gelöscht wird, können "falsche" Freunde dieses bereits kopiert und weiterverbreitet haben. Eine Entfernung der Bilder ist dann sehr schwierig oder auch häufig gar nicht mehr möglich.
Soziale Netzwerke gemeinsam mit Kindern anschauen
| Kostenlose Bestellung |
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E-Mail: service@schau-hin.info Tel.: (030) 400 059 959 |
Damit es nicht so weit kommt, rät "SCHAU HIN!" Eltern, mit den Kindern über die Veröffentlichung persönlicher Daten und Fotos zu sprechen. Sinnvoll ist es, soziale Netzwerke gemeinsam mit den Kindern zu erkunden, um sie auf Gefahren aufmerksam zu machen und für einen vorsichtigen Umgang mit Daten zu sensibilisieren. Wenn man einige Regeln beachtet, spricht auch nichts gegen das Onlinestellen von Urlaubsfotos.
Fotos online stellen - aber richtig
Bei Bildern oder Videos von Personen sollte darauf geachtet werden, dass diese nicht deutlich zu erkennen sind. Von weitem oder der Seite oder auch mit Hut und Sonnenbrille lässt sich ein Foto nur schwer einer bestimmten Person zuordnen. Ohne Bedenken können Fotos vom Urlaubsort, der Landschaft oder Tieren veröffentlicht werden. Bei der Beschriftung von Fotos sollten Eltern ihren Kindern unbedingt vermitteln, dass es tabu ist, Vor- und Nachname, Adresse, Telefonnummer oder andere persönliche Daten zu veröffentlichen. Kinder müssen auch wissen, dass die Persönlichkeitsrechte Dritter zu achten sind. Geschwister, Freunde oder Urlaubsbekannte, die auf Fotos zu sehen sind, müssen Ihre Zustimmung zur Veröffentlichung geben.
Gegen ungewollte Veröffentlichungen vorgehen
Landet ein Foto oder Video ohne Wissen und Zustimmung des Kindes im Netz, sollten Eltern schnell aktiv werden. "SCHAU HIN!" rät, folgende Schritte zu unternehmen:
Fordern Sie die verantwortliche Person auf, das Material aus dem Internet zu entfernen.
Reagiert die Person nicht oder ist sie nicht zu ermitteln, kontaktieren Sie den Seitenanbieter und fordern ihn auf, das Foto oder Video zu löschen.
Haben Sie damit auch keinen Erfolg, erstatten Sie Anzeige und wenden Sie sich an einen sachkundigen Anwalt.