Redaktion/PM, 19.08.2009
40.000 Kinder erhalten Sprachförderung
Nordrhein-Westfalen: 24 Prozent der Kinder des Einschulungsjahrgangs 2011/2012 haben zusätzlichen Sprachförderbedarf. Ziel der Landesregierung ist es, alle Jungen und Mädchen beim Schulstart mit den gleichen Bildungschancen zu versehen.

Anteil der Kinder mit Förderbedarf leicht gestiegen
Für mehr als 40.000 Kinder in Nordrhein-Westfalen beginnt heute die zusätzliche Sprachförderung. Dies ist das vorläufige Ergebnis des landesweiten Sprachtests "Delfin 4", an dem im Frühjahr 2009 fast 170.000 Kinder im Alter von vier Jahren teilgenommen haben. Wegen des vorgezogenen Einschulungstermins im Schuljahr 2011/12 wurden in diesem Jahr 8.000 Kinder mehr getestet als im vergangenen Jahr. Der Einschulungsjahrgang umfasst 13 Monate, er schließt die im September 2005 geborenen Kinder mit ein. Der Anteil der Kinder mit zusätzlichem Sprachförderbedarf liegt in diesem Jahr bei 24 Prozent. Im Vorjahr waren es 22,7 Prozent.
"Gleiche Chancen für alle"
Nordrhein-Westfalens Schulministerin Barbara Sommer möchte dafür Sorge tragen, dass "alle Kinder die gleichen Bildungschancen erhalten". Dafür ist die Beherrschung der deutschen Sprache eine wichtige Voraussetzung. "Sie ist der Schlüssel für einen erfolgreichen Schulstart. Der Sprachtest leistet dazu einen entscheidenden Beitrag. Seine Ergebnisse sind die Grundlage für eine gezielte Frühförderung", so Barbara Sommer.
Element der Zusammenarbeit zwischen Kita und Schule
Der landesweite Sprachtest "Delfin 4" wurde dieses Jahr bereits zum dritten Mal durchgeführt. In dem zweistufigen von der Universität Dortmund entwickelten Testverfahren werden alle Kinder zwei Jahre vor der Einschulung daraufhin überprüft, ob ihre Sprachentwicklung altersgemäß ist und ob sie die deutsche Sprache hinreichend beherrschen, um dem Unterricht von Anfang an zu folgen. Die so genannte "Sprachstandfeststellung" ist ein wesentliches Element der Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen und Grundschulen in Nordrhein-Westfalen. Im Kindergartenjahr 2009/2010 erhalten nun insgesamt rund 77.000 Kinder nach dem Kinderbildungsgesetz (Kibiz) in den Kindertageseinrichtungen und Familienzentren eine zusätzliche Sprachförderung. Die Landesregierung stellt dafür 340 Euro pro Kind und Jahr bereit – insgesamt 27,5 Millionen Euro in diesem Jahr.