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Redaktion/PM, 14.08.2009

Kinder nutzen zunehmend elektronische Medien

Neben Kuscheltieren, Brettspielen und Puppen lassen sich in Deutschlands Kinderzimmern zunehmend auch Spielkonsolen und Handys finden. Elektronische Medien prägen den Alltag von Kindern immer stärker - auch als "Trostspender".

Freizeit gehört den Freunden

Auch im Internet-Zeitalter verbringen 80 Prozent aller Mädchen und Jungen ihre Freizeit am liebsten mit Freunden, hören Musik, fahren Rad oder spielen Fußball. Und sie nutzen weiterhin gerne klassische Medien wie Bücher und Spielzeuge. Das zeigt die "Kids Verbraucher Analyse 2009" vom Ehapa-Verlag, die auf mehr als 1.600 Interviews mit Kinder im Alter von 6-13 Jahren beruht.
Auch das Schmökern in Zeitschriften und lesen von Büchern gehört zur Freizeitbeschäftigung von Kindern. Insgesamt 90 Prozent der sechs- bis 13-Jährigen blättern regelmäßig in Comics, 82 Prozent lesen Bücher.


Nutzung elektronische Medien nimmt zu

Die Studie zeigt zudem deutlich, dass die Nutzung elektronischer Medien von Kindern zunimmt. Vier Millionen der sechs Millionen Kinder in Deutschland haben Zugriff auf einen Computer. Während sich Mädchen bevorzugt kreativen Aktivitäten wie dem Zeichnen, Malen und Schreiben am Rechner widmen, nutzen Jungen ihn mehr zum Spielen oder um Filme zu schauen. Für Jungen und Mädchen ab neun Jahren wird der Computer regelmäßig angeschaltet, dabei bewegen sie sich auch im Internet: Mittlerweile sind 3,4 Millionen (59 Prozent) Kinder schon einmal online gewesen. 2008 waren es 3,1 Millionen (54 Prozent).

Mobiltelefone und Markenbewusstsein

Im Leben eines Kindes spielen mittlerweile auch Mobiltelefone eine große Rolle. Fast jedes zweite Kind zwischen sechs und neun Jahren äußert den Wunsch danach. Zwei von drei Kindern zwischen zehn und 13 Jahren haben bereits eines. Egal ob bei Sportschuhen, Taschen, Bekleidung oder den Cornflakes auf dem Frühstückstisch - das Markenbewusstsein von Kindern ist extrem ausgeprägt: 61 Prozent wünschen sich beim Kauf von Schuhen eine bestimmte Marke, 54 Prozent legen beim Kauf von Bekleidung Wert auf Marken und 44 Prozent wollen Cornflakes von einer bestimmten Sorte.

Wirtschaftskrise hinterlässt Spuren

Viele Wünsche dürften allerdings unerfüllt bleiben, denn angesichts der angespannten Haushaltskassen vieler Familien schrauben die Eltern in diesem Jahr die Ausgaben für Bekleidung (minus zehn Prozent) und Spielzeug (minus sieben Prozent) zurück. Und die Kinder in Deutschland verfügen aufgrund der Wirtschaftskrise in diesem Jahr über weniger Geld als noch 2008. Die rund 5,7 Millionen Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahren erhalten durchschnittlich 262 Euro Taschengeld im Jahr, 17 Euro weniger als noch 2008, wie es in der aktuellen Analyse heißt. Zudem fallen die Geldgeschenke zum Geburtstag oder zu Weihnachten geringer aus.

Medien als Trostspender

Auch das "LBS-Kinderbarometer Deutschland 2009" zeigt, dass Medien immer stärker den Alltag von Kindern bestimmen. Demnach haben 95 Prozent der Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 14 Jahren zuhause einen Computer zur Verfügung. 84 Prozent können daheim im Internet surfen, bei jedem dritten Kind stehen PC und Fernsehgerät sogar im Kinderzimmer. Nachdenklich stimmt, dass für fast jedes fünfte Kind Computerspiele und Fernsehkonsum "Trostspender" sind, wenn sie sich in der Familie oder Schule nicht wohl fühlen. Für die Studie hat das PROSOZ ProKids-Institut im Auftrag der  Landesbausparkassen bundesweit rund 10.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 14 Jahren befragt.

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